RKU Allgemein > Presse

Kontakt


Patientenservice
0731 177 2000

Orthopädischer Patientenservice
0731 177 2000

Neurologische Ambulanz
0731 500 63003

Rehabilitation
0731 177 1802

Berufliche Bildung
0731 177 1601

Zentrale (sonstiges)
0731 177 0

Email: information@rku.de

Pressemitteilungen des RKU

Presse News

  • Absolventen der RKU-Pflegeschule haben ihre dreijährige Ausbildung beendet Open or Close

    Nach dem Abschluss geht es gleich weiter mit der Karriere in der Pflege

    13 Absolventinnen und Absolventen haben ihre dreijährige Ausbildung als Pflegefachkraft im RKU abgeschlossen. Bei einer kleinen Abschiedsfeier gab es für die examinierten Pflegekräfte Zeugnisse. Alle Absolventen bleiben dem RKU als Pflegenachwuchskräfte erhalten.

    Die Pflegeschule des RKU bot im Oktober 2018 erstmals die dreijährige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege an. Die jungen Männer und Frauen, die jetzt ihren Abschluss in der Tasche haben, waren sozusagen Pioniere im RKU. In den drei Ausbildungsjahren lernten die zukünftigen Pflegefachkräfte in Theorie und Praxis das Zusammenspiel von Hightech-Medizin in den unterschiedlichsten Abteilungen auf den Stationen kennen, welche persönlichen Bedürfnisse die Gesundheitsförderung der Patienten erfordern und dass die Pflege viel Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgabe, Organisationstalent, Kreativität und Fachwissen benötigt.

    Auch in Zeiten von Covid-19 und während des Lockdowns wurden die theoretischen Lerninhalte in der Pflegeschule unter besonderen Voraussetzungen vermittelt: Mit Videokonferenzen, Materialbereitstellung über das Internet und gemeinsamem Arbeiten. „Der Schulalltag hat während der Corona-Pandemie allen Beteiligten Flexibilität und Übung abverlangt“, resümiert Michaela Hansen, Leiterin der Berufsfachschulen Pflege am RKU, „und wurde von Lehren wie Schülern aber durchweg positiv wahrgenommen und gemeistert.“

    Mit ihrem Abschluss als examinierte Pflegefachkräfte in der Tasche bleiben alle Absolventen dem RKU treu und starten in ihrer bisherigen Ausbildungsstätte auch ins Berufsleben. „Unsere Absolventen sind mit der Ausbildung zur Pflegefachkraft für einen anspruchsvollen Beruf gewappnet, der Ihnen viele Perspektiven und einen zukunftssicheren Arbeitsplatz bietet sowie die Möglichkeit, sich weiter zu qualifizieren“, freuen sich auch die RKU-Pflegedirektorinnen Helene Maucher und Catharina Bothner.

    So geht es für drei der Absolventen im RKU gleich weiter mit der Karriereplanung in der Pflege: Bei einem so genannten Onboarding-Programm lernen sie unter anderem Grundlagen der Beatmung und setzen sich mit der Patientenüberwachung und Patientenversorgung im High Care Bereich auseinander.

    Das RKU steuert mit seiner 2015 gegründeten Pflegeschule dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegen. Die Pflegeschule im RKU läuft erfolgreich und bietet neben der dreijährigen Ausbildung zur Pflegefachkraft auch die einjährige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe an. „Unser Ziel ist es, den Pflegenachwuchs in unseren Pflegeschulen selbst zu generieren und damit dem Fachkräftemangel maximal zu begegnen“, so RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber.

    Am 1. Oktober 2021 startet wieder ein neuer Ausbildungsgang für die dreijährige Pflegeausbildung. Der Unterricht findet im wochenweisen Rhythmus abwechselnd mit zwei Wochen Praxis statt. Auf die Azubis kommen 2100 Unterrichtsstunden in Theorie und 2500 Stunden in der Praxis zu. Mit der Ausbildung als Pflegefachkraft stehen den Nachwuchskräften neben der Übernahme im RKU auch viele Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten offen, bei entsprechenden Voraussetzungen bis hin zum Studium.

  • Gelungener Pflegemanagementkongress Open or Close
     
    Auf eine durchweg positive Resonanz ist der 4. Ulmer Pflegemanagementkongress gestoßen, der am 08./09. Juli im RKU - erstmals als Hybridveranstaltung - stattgefunden hat. Rund 300 Teilnehmer aus dem In- und Ausland informierten sich über die breitgefächerten Themen der Exzellenzentwicklung in der Pflege und Gesundheitsversorgung.
     
    Die Vorträge fanden teils im Hörsaal statt, viele Referenten wurden online zugeschaltet; ebenso sahen sich viele Teilnehmer, die nicht nach Ulm kommen konnten, den Kongress über einen YouTube-Live-Stream an. Im Haus wurde der Kongress ebenso im Andachtsraum und an einzelnen Bildschirmen einwandfrei übertragen.
     
    Die Schirmherrschaft trug Bundesgeunsdheitsminister Jens Spahn, der den Kongress mit in einer Videobotschaft einläutete.
     
     
    Auch Gunter Czisch, Oberbürgermeister der Stadt Ulm, ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, um diesen „Auswärts-Termin“ wahrzunehmen und die Zuhörerschaft in Ulm willkommen zu heißen. Darunter waren Führungskräfte und Experten im Gesundheitswesen, Pflegewissenschaftler, Pflegepädagogen und Pflegefachkräfte aus unterschiedlichen Sektoren und Ländern.
     
    An beiden Kongresstagen stand das Magnetkrankenhaus-Modell im Fokus: ein Zertifizierungsprogramm für exzellente Pflege aus den USA. Unter anderem berichteten die Belgier Paul Van Aken (Chief Nursing Officer), Johnny Van der Straeten (Chief Executive Officer) und Danny Van heusden (Magnet Program Director), Universitätsklinikum Antwerpen, von ihren Erfahrungen und den Vorbereitungen zu der Re-Zertifizierung. Das Universitätsklinikum Antwerpen ist in Europa das erste Magnetkrankenhaus und besticht durch sehr gute Pflegequalität, zu der hohe Fachkompetenz, Pflegeforschung und neue Pflegekonzepte, Zufriedenheit des Personals und der Patienten sowie eine offene Kommunikation gehören.
     
    Auf die „Reise zum Magnetkrankenhaus“ haben sich auch die Kliniken RKU gemacht und berichten auf dem Kongress von den aktuellen Entwicklungen. Meilensteine sind eine evidenzbasierte Pflege, Akademisierung und Pflege auf Augenhöhe. Konkret bedeutet das Kennzahlen wie zum Beispiel die Dekubitus-Rate, Stürze mit Verletzungen, Infektionsraten etc. transparent zu machen und mit den Ergebnissen einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in der Patientenversorgung einzuleiten und die Pflegequalität zu verbessern. Das gelingt mitunter auch durch die digitale Patientenakte, die seit zweieinhalb Jahren am RKU etabliert ist. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Hochschule Neu-Ulm und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg haben Mitarbeiter außerdem die Chance, sich durch ein Studium fortzubilden und Führungskompetenzen weiterzuentwickeln. Dadurch werden neue Karrierewege aufgezeigt.
     
    „Uns geht es dabei nicht nur um die Qualitätssteigerung durch Zahlen, Daten und Fakten“, erklärt RKU-Pflegedirektorin Helene Maucher. „Wir möchten einen Kulturwandel in deutschen Krankenhäusern erreichen.“
     
    Ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die mit ihrer guten Vorbereitung und ihrem Engagement zum Gelingen des Kongresses beigetragen haben.
     
     
  • Information rund um Corona Open or Close

    Alles Wissenswerte im Überblick

    Die Gesundheit unserer Patienten und Mitarbeiter hat für uns höchste Priorität. In unserem Klinikum gelten deshalb besonders hohe Sicherheits- und Hygienestandards, mit denen wir Sie hier gerne vertraut machen möchten.

    > Eingeschränkte Besucherregelung
    

    Besuche von Angehörigen unter folgenden Vorgaben möglich:

    1 Besucher / pro Patient / pro Tag

    Bitte kommen Sie nur, wenn Sie symptomfrei sind, und schränken Sie Ihre Besuchszeit wenn möglich auf eine Stunde ein. Bitte bringen Sie einen negativen Coronatest (PCR nicht älter als 48 Stunden, Antigentest nicht älter als 24 Stunden) mit.

    Für Schüler, die regelmäßig im Unterricht getestet werden, gilt als Test-Nachweis der Schülerausweis.

    Vollständig geimpfte oder genesene Besucher benötigen keinen negativen Antigenschnell- oder PCR-Test. Bitte bringen Sie hierfür einen entsprechenden Nachweis (z.B. Impfpass) mit.

    In dringenden Ausnahmefällen, z.B. in Palliativsituationen, kann in Einzelfällen ein Coronaschnelltest im Haus - nach Rücksprache mit dem zuständigen Arzt - erfolgen. 

    Der Zutritt ist nur mit einem Atemschutz (FFP2-Standard) zulässig. Dies gilt auch für Kinder ab 6 Jahren.

    Patienten der Hochschulambulanz werden gebeten, auf Begleitpersonen möglichst zu verzichten. Ausnahmen können über den behandelnden Arzt oder die Geschäftsführung beantragt werden.

    Der Zugang zum RKU erfolgt ausschließlich über den Haupteingang.
    Hier erhalten Sie eine Fiebermessung und werden dazu aufgefordert, Kontaktinformationen anzugeben, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können.

    > Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz unserer Patient*innen und Mitarbeiter*innen 

    Maskenpflicht
    In der gesamten Klinik - einschließlich der Patientenzimmer - sowie den Außenbereichen, in denen ein Sicherheitsabstand zu anderen Personen von mind. 1,5m nicht eingehalten werden kann, gilt eine Maskenpflicht.

    Hygienemaßnahmen

    - Achten Sie auf eine regelmäßige Händehygiene und halten die Husten- und Niesetikette ein
    - Halten Sie ausreichend Abstand zu anderen Personen

    Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung!

  • Neuer Sektionsleiter für Wirbelsäulenbehandlung Open or Close

    Ein Spezialist für Erkrankungen der Wirbelsäule

    Ulm, im April 2021. Privat-Dozent Dr. Timo Zippelius leitet ab April 2021 die Sektion Wirbelsäule an der Orthopädischen Universitätsklinik Ulm am RKU.

    Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung erleben mindestens einmal eine Episode mit Rückenschmerzen. In den meisten Fällen sind diese nur von kurzer Dauer und unspezifisch.

    Sollten allerdings bestimmte Ursachen der Auslöser sein, gilt es diese ärztlich behandeln zu lassen. Beim Aufspüren der Schmerzursache bedarf es deshalb der Hilfe von Spezialisten wie PD Dr. Timo Zippelius. Der gebürtige Karlsruher war nach seinem Studium in Berlin an der Charité tätig und arbeitete zuletzt an den Waldkliniken Eisenberg/Universitätsklinikum Jena in Thüringen als Oberarzt im Department Wirbelsäule. Er freut sich nun darauf, wieder nach Süddeutschland zurückzukehren.

    AlsFacharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie besitzt er die Zusatzbezeichnung „Spezielle Orthopädische Chirurgie“ und verfügt über einen großen Erfahrungsschatz im Bereich der konservativen und operativen Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen. Zur Expertise des 39-Jährigen gehören komplexe wirbelsäulenchirurgische Maßnahmen wie Korrekturen von Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliosen), degenerative Wirbelsäulenerkrankungen wie Bandscheibenvorfälle und Wirbelkanaleinengungen (Stenosen) sowie die Revisionschirurgie.

    „Mit seiner Expertise ergänzt Herr PD Dr. Zippelius hervorragend das bisherige Spektrum der orthopädischen Wirbelsäulenbehandlung im RKU“, sagt Prof. Dr. Heiko Reichel, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU. „Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Spezialisten aus den Bereichen der Schmerztherapie und dem Querschnittgelähmtenzentrum können wir eine optimale Behandlung bei Wirbelsäulenerkrankungen anbieten.“

    PD Dr. Zippelius wird die Wirbelsäulenbehandlung am RKU mit seinen konservativen und operativen Bereichen als Sektionsleiter übernehmen. Den Schwerpunkt will er auf eine vernetzte und interdisziplinäre Einheit des gesamten Spektrums der Wirbelsäulentherapie fokussieren. „Die Teamarbeit ist für die optimale Versorgung unserer Patienten sehr wichtig, deshalb bin ich froh, dass mit Oberärztin Dr. Carolin Melcher und Oberärztin PD Dr. Julia Wölfle-Roos bereits zwei erfahrene Kolleginnen am RKU arbeiten, die den operativen und konservativen Bereich seit Jahren begleiten“, so Zippelius.

    Weiterhin verfügt das RKU über eine der größten Schmerzambulanzen in Baden-Württemberg, die das gesamte Spektrum der orthopädischen Behandlung von Patienten mit Rückenleiden anbietet. Von der konservativen Therapie beim Bandscheibenvorfall über minimalinvasive Operationen bis zur multimodalen Schmerztherapie oder Skoliose-Behandlung. Ebenso ist die Zusammenarbeit mit dem Querschnittgelähmtenzentrum am RKU hervorzuheben. Erst vor wenigen Wochen wurde die Abteilung um acht Betten erweitert.

    „Neben der klinischen Arbeit spielt auch die Lehre und Forschung eine besondere Rolle“, sagt PD Dr. Zippelius, der sowohl an der Charité Berlin als auch später am Universitätsklinikum Jena auf diesem Gebiet forschte sowie das interdisziplinäre Wahlpflichtfach „Wirbelsäule“ in der Lehre etablieren konnte, um angehende Mediziner für das Fachgebiet zu begeistern.

    Kontakt:
    Sekretariat: Sabine Bäuerle, Tel.: 0731/177-5110, Fax: 0731/177-1969, E-Mail: sabine.baeuerle@rku.de

  • Einigung über Zukunft des RKU Open or Close

    Übernahme der Anteile der Sana Kliniken AG durch das Universitätsklinikum Ulm

    Ulm, 30. März 2021. Die Verhandlungsfrist zwischen den RKU-Gesellschaftern Sana Kliniken AG und dem Universitätsklinikum Ulm endet nach einer Verlängerung um drei Monate am 31. März 2021. Bisher teilten sich diese die Trägerschaft der gemeinnützigen GmbH des RKU zur Hälfte. Auf den Wunsch des Universitätsklinikums Ulm hin, das Gesellschafterverhältnis zu beenden, wurden seitdem verschiedene Übernahmeoptionen geprüft.

    Die beiden Gesellschafter haben sich nun hinsichtlich einer Übertragung der Gesellschafteranteile der Sana Kliniken AG an das Universitätsklinikum Ulm geeinigt. Die bisher geteilte Trägerschaft soll – sofern alle formalen Voraussetzungen für eine Übernahme der Anteile erfüllt sind – spätestens Mitte des Jahres vollständig an das Universitätsklinikum Ulm übergehen.

    Die offizielle Pressemitteilung finden Sie hier.

     

  • Neuer OP-Roboter in der Orthopädie am RKU Open or Close

    Das neue Kniegelenk vom Roboter

    Ulm, 28. Februar 2020. Er fräst millimetergenau, analysiert die individuelle Anatomie des Knies und unterstützt den Operateur bei der optimalen Implantation eines künstlichen Kniegelenkes: Seit Februar ist in der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU ein OP-Roboter im Einsatz. Die neue Technik verspricht außergewöhnliche Präzision beim Einsetzen der Implantate und wird im RKU von wissenschaftlichen Studien begleitet.

    Ein Bildschirm, eine Hochgeschwindigkeitsfräse, eine Infrarotkamera – das sind die Hauptbestandteile des neuen OP-Robotersystems „Navio“, das seit Februar an der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU beim künstlichen Kniegelenkersatz angewendet wird.

    Ähnlich wie bei einem Navigationsgerät sagt der Roboter dem Arzt, wo es langgeht: Er nimmt das Bewegungsmuster und die Gelenkoberfläche des Knies dreidimensional auf und entwirft eine optimal an den Patienten angepasste Passform der Prothesenteile. „Die Feinjustierung übernimmt allerdings noch immer der Operateur“, sagt Professor Heiko Reichel, Ärztlicher Direktor an der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU.

    Zunächst legen die Operateure das Knie wie bei einer herkömmlichen Knie-Operation frei. Anschließend werden sternförmige Markierungen am Knochen angebracht, die wie kleine Fangarme mit Sensoren ausgestattet sind. Eine Infrarotkamera misst die Bewegungen, die Bandspannung und die Knochenoberfläche am Knie genau aus und sendet die Informationen an den Roboter, wodurch – anders als bei ähnlichen Systemen – kein präoperatives CT zur optimalen Prothesenplatzierung notwendig ist. „Der Patient ist so einer deutlich geringeren Strahlenbelastung ausgesetzt“, sagt Professor Reichel.

    Mittels der aufgenommenen Informationen schlägt der Roboter dem Operateur eine präzise Prothesenplanung vor, die sich an der individuellen Anatomie des Patienten orientiert. Diese Planung kann der Arzt direkt annehmen oder weiter optimieren. „Das letzte Wort hat immer noch der Mensch, nicht die Maschine“, sagt Reichel.

    Der erfahrene Orthopäde entscheidet, wie die Prothese letztendlich sitzen soll und welches Implantat verwendet wird.
    Je nach Schädigungsausmaß des Kniegelenkes ist diese Methode sowohl für den teilweisen als auch den kompletten Kniegelenkersatz einsetzbar. 

    Schließlich kommt das Herzstück des Systems zum Einsatz, eine robotisch gesteuerte Handfräse, die vom Operateur geführt wird. Sie fräst nur dort, wo auch die von Arthrose befallenen Gelenkoberflächen entfernt werden sollen. Und zwar mit einer zehntelmillimetergenauen Präzision, die den optimalen Implantatsitz sicherstellt. Die Kapsel, Sehnen und Bänder des Knies werden dabei zuverlässig geschont.

    „Das System ersetzt keinesfalls den erfahrenen Knie-Operateur, sondern baut auf dessen Erfahrung auf“, sagt Professor Reichel, der mit seinem Team jährlich über 400 künstliche Kniegelenke im RKU einsetzt. „Das roboterassistierte Verfahren bringt jedoch das notwendige Quäntchen mit, um noch präziser arbeiten zu können“, so Reichel. „Außerdem ist das System anwendbar auf alle bewährten Knieprothesensysteme, die am RKU seit Jahren manuell im Einsatz sind“, nennt Reichel einen weiteren Vorteil.

    Die Roboter-Operationen werden an der Klinik von wissenschaftlichen Studien begleitet. Durch die höhere Präzision wird eine bessere Gelenkfunktion und eine noch höhere Zufriedenheit der Patienten mit dem neuen Knie erwartet.

  • Auszeichnung für ein neues Arbeitszeitmodell in der Pflege Open or Close

    Catharina Bothner ist Nachwuchs-Pflegemanagerin des Jahres 2020

    Ulm, 28. Januar 2020. Catharina Bothner, Pflegedirektorin im RKU, ist vom Bundesverband Pflegemanagement zur Nachwuchs-Pflegemanagerin des Jahres 2020 gewählt worden. Sie erhielt die Auszeichnung für ein von ihr entwickeltes neues Arbeitszeitmodell in der Pflege.

    „Hexagon“ heißt das neue Arbeitszeitmodell mit Ausfallkonzepten, das Catharina Bothner für die Pflege entwickelt hat. Es bricht das bisherige Dreischichtsystem der starren Früh-, Spät- und Nachtschichten auf und bietet im Sinne der Professionalisierung und der Akademisierung in der Pflege einen gezielten Einsatz von Pflegeexperten in der Patientenversorgung.

    Das „Hexagon“-Modell soll zudem die Berufsattraktivität der Pflege deutlich steigern undeinen frühzeitigen Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtern, da die Arbeitszeiten und Schichten flexibel steuerbar sind und so die Work-Life-Balance positiv verändert werden kann.

    Mit ihrem Arbeitszeitmodell, das sich in der Pilotphase befindet und im RKU anteilig auf den Querschnitt-Stationen umgesetzt ist, sollen qualifizierte Mitarbeiter gebunden und vor Überlastung geschützt werden. Es bietet neben flexiblen Personalplanungsmodellen auch ein strukturiertes Vorgehen im Ausfallzeitenmanagement sowie diverse Personalentwicklungsmöglichkeiten.

    RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber freute sich über die Auszeichnung: „Sie ist eine schöne Bestätigung ihrer Arbeit und zeigt das hohe Engagement und Herzblut für die Professionalisierung unserer Mitarbeiter innerhalb des Pflegeberufes.“ Erst zwei Jahre zuvor war Bothners Kollegin, Pflegedirektorin Helene Maucher, zur Pflegemanagerin des Jahres gewählt worden; 2019 holte sich die RKU-Stroke Nurse Helena Dyck den Titel als „Botschafterin der Pflege“.

    (Foto:©Britta Pedersen/Springer Pflege)

     

  • Vereinfachte Pflegedokumentation Open or Close

    Digitale Patientenkurve im RKU auf allen Stationen eingeführt

    Weniger Schreibarbeit und Papierflut, mehr Zeit für Patienten: Mit der Einführung der elektronischen Patientenkurve VMobil des Herstellers Advanova hat die Digitalisierung auf den Stationen in den RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Einzug gehalten. VMobil wird im RKU bei der Visite, zu Dokumentationszwecken und generellen Information benutzt und löst damit die papiergebundene Patientenkurve komplett ab.

    „Alle ärztlichen und pflegerischen Leistungen wie zum Beispiel Blutdruck, Temperatur oder Infusionsgaben werden – wie bei der Papierakte, mit einem Stift auf einem Tablet-Computer oder mobilen Laptopgeräten eingetragen und elektronisch dokumentiert“, erklärt RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber. „Das Pflegepersonal wird durch diese vereinfachte Pflegedokumentation entlastet.“

    Die elektronische Patientenkurve arbeitet online wie offline und liefert eine vollständige Dokumentation aller relevanten Patientendaten, die überall verfügbar ist. Eine individuelle Anpassung der Patientenkurve auf die Bedürfnisse im pflegerischen Bereich steht 2020 im Focus. Dass Informationen über einen Patienten nun für alle am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen abrufbar sind, war mit der papierbasierten Patientenkurve bisher nicht möglich.

    Einfache Bedienbarkeit

    Die Bedienbarkeit der elektronischen Patientenkurve ist einfach, das System orientiert sich an den alltäglichen Stationsanforderungen und integriert sich reibungslos in den Klinikalltag und in bestehende Systeme. Ärzte, Pflegepersonal und Therapeuten können jederzeit nachvollziehen, was angeordnet wurde und aktuell bei einem Patienten gemacht wird.

    Eine Mehrfachdokumentation entfällt – einmal in die Patientenkurve eingegeben, müssen Daten nicht mehrfach auf weiteren Papieren eingetragen werden. Dadurch verringern sich auch Übertragungsfehler. Die Patientendaten werden auch automatisch in den Arztbrief übernommen; spezielle Warn-Tools zum Beispiel bei Allergien oder Wechselwirkungen von Medikamenten sorgen für mehr Patientensicherheit.

    Als Pilot-Projekt wurde die elektronische Patientenkurve im RKU zunächst auf den orthopädischen Stationen sowie auf den Querschnitt-Stationen eingeführt, mittlerweile ist sie im gesamten Haus etabliert. „Unser Ziel war es, mit der elektronischen Patientenkurve die Qualität der stationären Therapie zu verbessern und die Dokumentation zu vereinfachen“, sagt Matthias Gruber.

    Auf den Stationen wird die neue Patientenkurve nun gut angenommen. Übersichtlich und schnell bedienbar spart sie Papier ein und lässt den Klinikmitarbeitern bei der täglichen Dokumentation mehr Zeit für den Patienten.

     

     

     

  • Klinikhotel am RKU eröffnet Open or Close

    Das neue Klinikhotel Recover

    Nach nur einjähriger Bauzeit starten die RKU ­­­­­– Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm am Oberen Eselsberg im Juli mit ihrem neuen Klinikhotel „Recover“ im Zentrum für Integrierte Rehabilitation (ZIR). Der Name ist Programm: Das Recover (aus dem Englischen für „erholen, genesen“) steht für Rehabilitation und Erholung auf anspruchsvollem Niveau. Das gesamte Hotel wurde aus Eigenmitteln finanziert.

    Die Idee für das Bauvorhaben ergab sich aus dem Klinikalltag. Durch neue, schonende Operationsmethoden und einer gleichzeitig schnellen Mobilisation verkürzt sich die Verweildauer von Patienten in der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU dahingehend, so dass schon früh mit der geeigneten Rehabilitation begonnen werden kann. „Diesen Patienten wollen wir im direkten Anschluss einen möglichst angenehmen und erholsamen Aufenthalt anbieten“, sagt RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber.

    Das Besondere am Klinikhotel Recover: Spitzenmedizin und eine fachlich kompetente Anschlussheilbehandlung stehen im Einklang mit einem exzellenten Serviceangebot. Dieses richtet sich gleichermaßen an privat- und gesetzlich versicherte Patienten. Die Idee des Klinikhotels ist klar: Patienten sollen von Beginn an eine ganzheitliche, serviceorientierte, medizinische und pflegerische Betreuung erfahren. Dazu gehört auch eine Rezeption, die 24 Stunden an 7 Tagen besetzt ist und den Patienten Sicherheit und eine lückenlose Versorgung gewährt.

    „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Therapeuten, Pflegkräften und Hotelfachkräften stellt für die Patienten einen absoluten Mehrwert dar“, sagt Dr. Rainer Eckhardt, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Integrierte Rehabilitation am RKU, „und dient somit auch einer schnellen Regeneration.“

    4-Sterne-Hotel-Ambiente

    Unter Berücksichtigung aller Standards bietet das 4-Sterne-Hotel-Ambiente anspruchsvolles Wohnen, weg von der Krankenhausatmosphäre hin zu einer Wohlfühl-Atmosphäre mit hohem Anspruch.

    Das Hotel liegt im Grünen nahe einem Wäldchen, es grenzt südlich an das Hauptgebäude des RKU an und verfügt über 51 Zimmer, davon 45 Komfort-Einzelzimmer und 6 Deluxe-Zimmer mit zusätzlichem Wohnbereich und eigener Kochzeile. Diese befinden sich in der obersten Etage des Hotels und bieten einen weitreichenden Ausblick auf die umliegende Natur. Alle Zimmer wurden barrierefrei geplant, die Deluxe-Zimmer sind zusätzlich uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar.

    Auch für Patienten die eine weite Anreise haben, ist bestens gesorgt. Ein Zustellbett für eine Begleitperson ist in allen 51 Zimmern ohne weiteres möglich.  Die Einrichtung der Zimmer ist in warmen Sand- und Erdtönen gehalten und wird durch lebendige, rote Farbelemente ergänzt. Jeder Ebene des Hauses ist ein Künstler oder einer Künstlerin gewidmet, deren Werke den Betrachter zum Innehalten einladen.

    Neben einer ansprechenden Kaffeelounge im Erdgeschoss des Klinikhotels gibt es dort auch einen teilbaren Multifunktionsraum, in dem u.a. die morgendlichen Besprechungen des Ärztlichen Direktors mit seinem Team stattfinden. Außerdem kann dieser Raum für Tagungen, Vorlesungen, Patientenveranstaltungen und andere Events genutzt werden.   

  • 3. Ulmer Pflegemanagementkongress Open or Close

    Exzellenz in der Pflege und Gesundheitsversorgung

    Wie sieht eine Exzellenzentwicklung in Pflege und Gesundheitsversorgung aus? Dieser Frage stellen sich am Donnerstag und Freitag, 11. und 12. Juli 2019, circa 180 Pflegeexperten beim 3. Ulmer Pflegemanagementkongress im RKU.

    „Von den Besten lernen“ wollen die Teilnehmer des 3. Ulmer Pflegemanagementkongresses. Dazu sind wieder internationale Gäste eingeladen, unter anderem aus dem ersten Magnetkrankenhaus in Europa in Antwerpen, das die Zertifizierung bereits geschafft hat.An beiden Kongresstagen steht die Exzellenzentwicklung innerhalb der Pflege im Vordergrund und wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, etwa aus der Sicht eines Arztes in einem US-Magnetkrankenhaus.

    „Beim Magnetkrankenhausmodell, einem Erfolgsprodukt aus den USA, geht es nicht nur um Qualitätssteigerung durch Zahlen, Daten und Fakten“, erklärt RKU-Pflegedirektorin Helene Maucher. „Wir möchteneinen Kulturwandel in deutschen Krankenhäusern erreichen.“

    Das Motto „Von den Besten lernen“ begegnet aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen und fragt nach fortwährend innovativen Konzepten in der Pflege. Qualitätsentwicklung, Akademisierung und Pflege auf Augenhöhe sind dabei wesentliche Punkte, die der Berufsgruppe Pflege die Möglichkeit geben, ihr Potenzial in einem sich wandelnden Gesundheitswesen einzubringen und für die patientenzentrierte Versorgung zu nutzen.

    Das Programm wird teils in englischer Sprache abgehalten. Zu den Referenten gehören Pflegedirektoren, Pflegewissenschaftler, Ärzte, Vertreter der Berufspolitik und Pflegende. Der Kongress richtet sich an Führungskräfte im Gesundheitswesen, Pflegewissenschaftler, Pflegepädagogen, Experten im Gesundheitswesen, Pflegefachkräfte und alle Interessierten.

     

    Information zum Magnetkrankenhaus

    Aktuelle Herausforderungen im Gesundheitswesen erfordern innovative Konzepte in der Pflege. Sie stellt die größte Berufsgruppe im Gesundheits- und Pflegesektor dar und ist somit wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die Steuerung der Versorgungsprozesse. Für diese Weiterentwicklung des Pflegesektors bietet das US-amerikanische „Magnet Recognition Program“ ein integriertes Modell.

    In den 1980er Jahren konnten in den USA manche Kliniken trotz eines Pflegenotstandes sowohl Pflegepersonal als auch Patienten „wie Magneten" anziehen und waren dabei wirtschaftlich sehr erfolgreich. Dabei wurden fünf Stärken dieser „Magnetkrankenhäuser" herausgearbeitet, die heute Grundlage für die Anerkennung durch die Zertifizierungsorganisation ANCC sind. Die meisten Top-Kliniken in den USA sind als Magnetkrankenhaus zertifiziert.

Presse Archiv

  • Höchste Zertifizierung für Stroke Unit am RKU Open or Close

     

     
    Die Schlaganfalleinheit der Neurologischen Universitätsklinik Ulm am RKU erhält höchste EU-Zertifizierungsstufe

    Höchste Zertifizierung für Stroke Unit am RKU

    Ulm, 16. August 2021. Die Stroke Unit der Neurologischen Universitätsklinik Ulm am RKU ist nun mit der höchsten Zertifizierungsstufe im europäischen Raum, dem Stroke-Center-Siegel der European Stroke Organisation (ESO), ausge-zeichnet worden.
     
    In Deutschland erleiden ca. 270.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Die Betroffenen benötigen innerhalb weniger Stunden eine Therapie in spezialisierten Kliniken (sog. Stroke Units), um die Folgeschäden so gering wie möglich zu halten. „Die Folgen eines Schlaganfalls hängen unter anderem erheblich davon ab, wie schnell und professionell die Patienten behandelt werden“, sagt Dr. Katharina Alt-haus, zuständige Oberärztin der Stroke Unit der Neurologischen Universitätsklinik Ulm am RKU. „Die Behandlung auf einer spezialisierten Schlaganfalleinheit ist hier von enormer Bedeutung für den weiteren Verlauf. Gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie ist es wichtig, dass die Patienten schnell notärztliche Hilfe su-chen. Nur so kann eine unverzügliche und bestmögliche Versorgung auch weiter-hin gewährleistet werden.“
     
    In der Universitätsklinik für Neurologie am RKU werden Schlaganfallpatienten ex-zellent und auf medizinisch höchstem Niveau versorgt. Die Stroke Unit ist zertifiziert als „Überregionale Stroke Unit“ von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Damit wird bescheinigt, dass in allen Abläufen der Patientenversorgung systematische und nachvollziehbare Qualitäts-standards angewendet werden. Voraussetzungen für eine solche Auszeichnung sind unter anderem eine sehr gute personelle und apparative Ausstattung sowie eine hohe Fallzahl (pro Jahr). Neben den mobilen Überwachungsbetten gibt es ein Team aus speziell geschulten Fachärzten, Pflegepersonal und Therapeuten. 
    Hinzu kommt nun das Stroke-Center-Siegel der europäischen Schlaganfallorgani-sation ESO, die höchste Zertifizierungsstufe für die Behandlung von Schlaganfall-patienten auf europäischer Ebene. Deutschlandweit erfüllen bisher nur wenige Kli-niken die strengen Qualitätskriterien der Europäischen Schlaganfallorganisation.
     
    „Wir sind stolz darauf, dass wir die Zertifizierung nicht nur deutschlandweit durch die Deutsche Schlaganfallgesellschaft, sondern auch auf europäischer Ebene, durch die europäische Schlaganfallorganisation ESO, erlangt haben“, sagt Prof. Dr. Albert C. Ludolph, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Ulm am RKU.
     
    Jährlich werden im RKU über 4.000 Patienten, mit steigender Tendenz, notfallmä-ßig versorgt. Bei neurologischen Notfällen wie dem Schlaganfall ist neben der Qua-lität der Versorgung vor allem eines enorm wichtig: die Zeitspanne zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und dem Therapiebeginn. Verursacht werden Hirni-nfarkte durch Blutgerinnsel, die entweder aufgrund von lokalen Engstellen oder Verletzungen der Gefäßwand an hirnversorgenden Arterien entstehen oder aus anderen Körperregionen wie zum Beispiel dem Herzen über den Blutstrom ver-schleppt werden. Es kommt zu einem Gefäßverschluss, sodass die Sauerstoffzu-fuhr des Hirns unterbrochen wird und die Nervenzellen absterben. Neben der Mög-lichkeit einer intravenösen Lysetherapie, bei der ein Medikament das Blutgerinnsel auflösen kann, können Blutgefäße auch mittels einer Angiographie-Anlage wieder geöffnet werden. Hierfür steht im RKU das Team um PD Dr. Kornelia Kreiser, Chef-ärztin der Neuroradiologie, bereit. Bei Patienten mit lebensgefährlichen Gefäßer-krankungen wird ein kleiner Katheter in die verschlossenen Gefäße eingeführt, mit einem winzigen Ballon aufgeweitet und das Blutgerinnsel von innen verschlossen und herausgezogen. Je früher hier eine Therapie eingeleitet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Betroffenen keine Langzeitschäden davontragen.
  • Dr. Rainer Eckhardt betreut die deutschen Turner in Tokio Open or Close

    Als Mannschaftsarzt bei den etwas anderen Olympischen Spielen

    Dr. Rainer Eckhardt, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Integrierte Rehabilitation am RKU, ist als Mannschaftsarzt der deutschen Turner bei den Olympischen Spielen in Tokio mit dabei. Für den Orthopäden und Diplom-Sportlehrer sind es die ersten Olympischen Spiele, die er als Mannschaftsarzt betreuen darf. Der erste Eindruck in Japan ist geprägt von strikten Hygienevorkehrungen und der Erleichterung darüber, dass die Spiele mit einem Jahr Verspätung nun endlich stattfinden können.

    Für knapp drei Wochen tauscht Dr. Rainer Eckhardt seinen Arztkittel mit dem Trainingsanzug der deutschen Athleten bei Olympia: Der Ärztliche Direktor des Zentrums für Integrierte Rehabilitation am RKU betreut dort als Mannschaftsarzt die deutschen Turner. Er sorgt dafür, dass sowohl das Frauen-Team mit Sarah Voss, Pauline Schäfer-Betz, Kim Bui und Elisabeth Seitz als auch das Männer-Team mit Lucas Dauser, Andreas Toba, Philipp Herder und Nils Dunkel eine optimale sportärztliche Betreuung während der Spiele erhält.
     
    „Für mich ist das eine große Ehre und auch eine besondere Verantwortung“, sagt Dr. Rainer Eckhardt, der erstmals für das gesamte Team zuständig ist und bereits seit 1995 die deutschen Turnerinnen betreut.
     
    Die Eröffnungsfeier der um ein Jahr verschobenen Olympischen Spiele am Freitag hat der Ulmer Arzt gemeinsam mit seinen Schützlingen und der Crew vor dem Bildschirm im olympischen Dorf erlebt: Die Turn-Männer waren bereits am Samstag am Start und wollten sich dafür schonen. „Da bleiben wir alle aus Solidarität beieinander“, sagt Dr. Eckhardt.
     
    In Japan war die Turner-Crew schon zehn Tage vor dem eigentlichen Olympia-Start angekommen: Zunächst ging es zum Akklimatisieren nach Joetsu City, 300 Kilometer von Tokio entfernt, wo die Sportler und ihre Betreuer in Quarantäne mussten. „Die Hygieneregeln sind hier sehr strikt und werden permanent überwacht“, sagt Dr. Eckhardt.
    Bereits am Flughafen wurde den Ankömmlingen eine Gesundheits-App auf das Handy gespielt, täglich würden Sportler und Betreuer auf das Corona-Virus getestet. „Das ist manchmal schon ein irres Procedere“, sagt Dr. Eckhardt. Auch an die Temperaturen von 35 Grad Celsius und das schwül-warmen Klima musste man sich erst einmal gewöhnen.
     
    Im olympischen Dorf können sich die Sportler und Betreuer in ihren Hochhaus-Unterkünften weitgehend frei bewegen, und sind doch isoliert von der Bevölkerung. Ein lockeres Miteinander, wie es von anderen Olympischen Spielen her bekannt ist, gebe es in Tokio nicht. Zu den Wettkämpfen werden die Athleten und Betreuer mit Bussen gefahren. Ausflüge in die Innenstadt sind verboten. Bei den Wettkämpfen spüre man trotz fast leerer Zuschauerränge dennoch den olympischen Geist, so Eckhardt, und man treffe auch mal beim Essen oder draußen andere Athleten aus Ländern, wie man sie sonst nie persönlich zu Gesicht bekäme.
     
    Und so schwärmt Dr. Eckhardt trotz aller Einschränkungen vom besonderen Flair vor Ort: Die Spiele seien sehr gut organisiert und die freiwilligen Helfer durchweg freundlich und hilfsbereit. „Auch die Athleten sind einfach nur dankbar, dass die Spiele nun stattfinden können, wenn auch unter anderen Bedingungen“, sagt Dr. Eckhardt, der früher auch selbst aktiv in der Bundesliga geturnt hat. „Dafür leben die Sportler und haben jahrelang trainiert.“
     
  • Sportverletzungen – was tun? Ein Experte gibt Auskunft Open or Close

    Tipps vom Experten

    Sportverletzungen – was tun?

    Ulm, 23. Juni 2021. Die Kapselverletzung von Nationalspieler Thomas Müller, die Patellasehnenreizung von Mats Hummels – Fußballer sind für Knieverletzungen besonders anfällig, wie man gerade wieder bei der Fußball-EM aktuell beobachten kann. Doch wie kommt es zu Sportverletzungen und wie beugt man diesen – auch als Hobbysportler – vor? Darüber gibt Orthopäde Prof. Dr. Thomas Kappe, Leitender Oberarzt und Sektionsleiter Sportorthopädie an der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU Auskunft.

    Herr Professor Kappe, welche Verletzungen treten beim Fußball am häufigsten auf?

    Prof. Dr. Thomas Kappe: Besonders häufig sind das Knieverletzungen. Insbesondere Kreuz- und Seitenbandrisse sowie Meniskusverletzungen treten oft auf. Aber auch im Bereich der Hüft- und Sprunggelenke oder der Schulter gibt es beim Fußball häufig Verletzungen.

    Warum gerade das Knie?

    Zum einen wird das Kniegelenk beim Fußball, insbesondere beim Spielen mit Stollenschuhen, besonders beansprucht. Zum anderen ist der Kapsel-Band-Apparat aufgrund seines komplexen Aufbaus im Allgemeinen schon verletzungsanfällig. Ferner dienen Ober- und Unterschenkel als lange Hebel, die im Kniegelenk enorme Kräfte einwirken lassen. Die Schutzstrukturen des Kniegelenkes, eben gerade Bänder und Menisken, sind dementsprechend belastet.

    Welche Verletzungen können dadurch entstehen?

    Zum einen sind es Überlastungsreaktionen dieser Strukturen, die durch die immer wiederkehrenden Be- und Überlastungen oder auch Mikrorisse im Gewebe stetig zunehmen und schließlich in einer Verletzung gipfeln- Bespiel Knorpelschäden am Knie. Zum anderen treten akut Verletzungen auf, beispielsweise bei einem Verdrehtrauma des Kniegelenkes mit Riss des vorderen Kreuzbandes. Der Großteil dieser Verletzungen tritt paradoxerweise ohne Einwirkung des Gegners auf.

    Was empfehlen Sie, um sich vor Sportverletzungen bestmöglich zu schützen?

    Viel Wert sollte auf die Prävention, also das Vermeiden von Sportverletzungen gelegt werden. Von der FIFA gibt es etwa das Präventionsprogramm „FIFA 11+“, das alle Bundesliga-Vereine und Nationalmannschaften aber auch Amateurmannschaften in ihr Aufwärmprogramm integriert haben. Es dauert 20 Minuten und sollte zwei Tage in der Woche durchgeführt werden. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass durch konsequentes Anwenden der Übungen weniger schwere Sportverletzungen bei Fußballern auftreten. Generell gilt aber: nicht unvorbereitet auf den Fußballplatz gehen, sorgfältig aufwärmen und auf eine solide Grundfitness achten. So kann man sich selber am besten vor Verletzungen schützen.

    Wenn dann doch mal etwas passiert ist: Was ist bei einer Sportverletzung zu tun?

    Bei Sportverletzungen gilt das PECH-Schema: Pause, Eis, Compression (Kompression) und Hochlagern der verletzten Extremität. Ziel ist es, die Schmerzen und die Schwellung schnellstmöglich zu reduzieren. Gerade im Profisport wie bei den Fußballern gilt der Grundsatz: Jede Minute zählt. Bei starken Beschwerden sollte eine ärztliche Vorstellung erfolgen. Die weiterführende Abklärung und Behandlung gehört dann in die Hände von Spezialisten, damit der Sportler möglichst bald wieder auf den Platz zurückkehren kann.

  • Erweiterung des Querschnittgelähmtenzentrums Open or Close

    Erweiterung des Querschnittgelähmtenzentrums am RKU Ulm

    Ulm, 7. Januar 2021. Die Kliniken RKU haben zum Jahresbeginn eine neue Station mit acht Betten für Patienten mit Querschnittlähmung eröffnet. Mit insgesamt 57 Betten zählt das Querschnittgelähmtenzentrum am RKU Ulm damit zu den wichtigsten Versorgungszentren in Deutschland.

    Dr. Yorck-Bernhard Kalke hat als Sektionsleiter das Zentrum seit 25 Jahren maßgeblich mitentwickelt und geprägt: Von anfänglich 24 Betten wurde das Zentrum 2014 auf 49 Betten erweitert. Mit der Eröffnung der neuen Querschnittstation und acht zusätzlichen Betten (zwei Zweibett-Zimmer, vier Einzel-Zimmer) verfügt das Querschnittgelähmtenzentrum nun über 57 Betten. Zudem stehen zwei Betten auf der Intensivstation zur Verfügung.

    Die Erweiterung ist auch eine Reaktion auf die enorme Weiterentwicklung der Versorgung von querschnittgelähmten Patienten. „Die Lebenserwartung bei Paraplegikern ist heute uneingeschränkt“, sagt Dr. Kalke. Über 25 Prozent der Patienten werden durch moderne Therapiemaßnahmen wieder gehfähig. Zu dem ärztlichen Team im RKU gehören inzwischen auch kardiologisch-internistische sowie ergänzend neuro-urologische Experten.

    Auch die Situation in der Pflege hat sich gewandelt, die Fachkräfte spezialisieren sich zunehmend auf einzelne Bereiche wie etwa Beatmungspflege, Sexualität, Blasen- und Darmmanagement oder Wundpflege. Zum anderen hat sich die Patientenstruktur in den letzten Jahren stark verändert. „Früher hatten wir viele junge, verunfallte Patienten“, so Dr. Kalke, „heute sind es auch mehr krankheitsbedingte Ursachen, die zu einer Querschnittlähmung führen“.

    Neben seiner Tätigkeit im RKU ist Dr. Kalke auch Vorsitzender der Fördergemeinschaft für das Querschnittgelähmtenzentrum Ulm (FGQZ) mit fast 500 Mitgliedern und er leitete 2017 als Präsident der DMGP (Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie) einen Kongress in Ulm mit mehr als 800 Teilnehmern. „Ich habe ein Team, auf das ich mich unglaublich verlassen kann“, sagt Dr. Kalke.

    „Mit der Erweiterung wurde das Querschnittgelähmtenzentrum als echtes Flaggschiff ausgebaut“, freute sich auch RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber. Er bedankte sich beim gesamten Querschnitt-Team, insbesondere für das hohe Engagement über den normalen Klinikbetrieb hinaus, wozu auch das jährlich stattfindende Sommerfest am Thalfinger See

    mit allen Patienten und Ehemaligen gehört sowie die monatlichen Stammtische der Fördergemeinschaft in Seligweiler.

    Erweiterung des Querschnittgelähmtenzentrums am RKU Ulm

    Ulm, 7. Januar 2021. Die Kliniken RKU haben zum Jahresbeginn eine neue Station mit acht Betten für Patienten mit Querschnittlähmung eröffnet. Mit insgesamt 57 Betten zählt das Querschnittgelähmtenzentrum am RKU Ulm damit zu den wichtigsten Versorgungszentren in Deutschland.

    Dr. Yorck-Bernhard Kalke hat als Sektionsleiter das Zentrum seit 25 Jahren maßgeblich mitentwickelt und geprägt: Von anfänglich 24 Betten wurde das Zentrum 2014 auf 49 Betten erweitert. Mit der Eröffnung der neuen Querschnittstation und acht zusätzlichen Betten (zwei Zweibett-Zimmer, vier Einzel-Zimmer) verfügt das Querschnittgelähmtenzentrum nun über 57 Betten. Zudem stehen zwei Betten auf der Intensivstation zur Verfügung.

    Die Erweiterung ist auch eine Reaktion auf die enorme Weiterentwicklung der Versorgung von querschnittgelähmten Patienten. „Die Lebenserwartung bei Paraplegikern ist heute uneingeschränkt“, sagt Dr. Kalke. Über 25 Prozent der Patienten werden durch moderne Therapiemaßnahmen wieder gehfähig. Zu dem ärztlichen Team im RKU gehören inzwischen auch kardiologisch-internistische sowie ergänzend neuro-urologische Experten.

    Auch die Situation in der Pflege hat sich gewandelt, die Fachkräfte spezialisieren sich zunehmend auf einzelne Bereiche wie etwa Beatmungspflege, Sexualität, Blasen- und Darmmanagement oder Wundpflege. Zum anderen hat sich die Patientenstruktur in den letzten Jahren stark verändert. „Früher hatten wir viele junge, verunfallte Patienten“, so Dr. Kalke, „heute sind es auch mehr krankheitsbedingte Ursachen, die zu einer Querschnittlähmung führen“.

    Neben seiner Tätigkeit im RKU ist Dr. Kalke auch Vorsitzender der Fördergemeinschaft für das Querschnittgelähmtenzentrum Ulm (FGQZ) mit fast 500 Mitgliedern und er leitete 2017 als Präsident der DMGP (Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie) einen Kongress in Ulm mit mehr als 800 Teilnehmern. „Ich habe ein Team, auf das ich mich unglaublich verlassen kann“, sagt Dr. Kalke.

    „Mit der Erweiterung wurde das Querschnittgelähmtenzentrum als echtes Flaggschiff ausgebaut“, freute sich auch RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber. Er bedankte sich beim gesamten Querschnitt-Team, insbesondere für das hohe Engagement über den normalen Klinikbetrieb hinaus, wozu auch das jährlich stattfindende Sommerfest am Thalfinger See mit allen Patienten und Ehemaligen gehört sowie die monatlichen Stammtische der Fördergemeinschaft in Seligweiler.

  • Home-Schooling für Auszubildende Open or Close

     

    RKU-Pflegeschüler lernen digital von zuhause

    und in der Schule

    Ulm, im Mai 2020. Rund 150 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Pflege am RKU erhalten seit Ende März Fernunterricht. Auch die 29 Schülerinnen und Schüler, die am 1. April ihre einjährige Ausbildung in der Krankenpflegehilfe begonnen haben, bekamen in Zeiten der Covid-19-Pandemie unter besonderen Voraussetzungen ihre Lerninhalte vermittelt: Mit Videokonferenzen, Materialbereitstellung über das Internet und gemeinsamem Arbeiten. Der neue Schulalltag verlangt allen Beteiligten Flexibilität und etwas Übung ab, doch er wird als durchweg positiv wahrgenommen.

    „Wir haben hier im RKU schnell reagiert, als Mitte März die Schulen geschlossen wurden“, sagt Michaela Hansen, Leiterin der Berufsfachschule für Pflege am RKU. Gemeinsam sei es in kurzer Zeit gelungen, den Schulunterricht neu zu organisieren: Schüler und Lehrer erhielten dafür per Post eigene Zugänge für das Programm Google Classroom.

    Die Lehrer laden dabei ihre Arbeitsaufträge im Internet hoch, die Schüler bearbeiten diese direkt am PC oder am Handy und schicken sie zurück. „Um auch den persönlichen Kontakt zu halten, gibt es Videokonferenzen, bei denen sich Schüler und Lehrer sehen, hören und Fragen stellen können“, sagt Hansen.

    Einen besonderen Start hatten Anfang April die 29 Auszubildenden in der Krankenpflegehilfe: Bei ihnen begann der Unterricht tatsächlich mit dem praktischen Teil in der Klinik. „Die erste Schulstunde war der Hygiene gewidmet: richtiges Händewaschen, einen Mund-Nasen-Schutz tragen“, berichtet Schulleiterin Hansen. Auf den Stationen konnten die Schüler anschließend direkt die neuen Regeln umsetzen.

    Seit 4. Mai findet nach den Lockerungsbestimmungen der Bundesregierung auch wieder für einige Klassen zeitweise Präsenzunterricht in der Pflegeschule statt. Die Klassen werden dafür aufgeteilt, unterrichtet wird einen Tag in der Schule und einen Tag digital zuhause, damit die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden können.

    Sowohl der Fernunterricht als auch der wieder eingeführte Präsenzunterricht läuft in den meisten Fällen gut, resümiert Michaela Hansen.

    Die Motivation und Bereitschaft, zuhause zu lernen, sei zwar nicht bei allen Schülern gleich hoch, dennoch ist sie zufrieden: „Die Ausbildung aller Pflegeschüler ist sichergestellt.“

     

    Über die Berufsfachschule für Pflege am RKU:

    29 Schülerinnen und Schüler haben am 1. April 2020 ihre einjährige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe begonnen. Die Berufsfachschule für Pflege am RKU bildet zwei Mal im Jahr (April und Oktober) Pflegefachkräfte in diesem Berufszweig aus. Im Oktober 2020 startet die 3-jährige Ausbildung zum Pflegefachmann/-frau (vormals Gesundheits- und Krankenpflege). Die Ausbildung dauert drei Jahre und besteht aus einem theoretischen Teil in der RKU Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege sowie einem fachpraktischen Teil im Krankenhaus. Der Unterricht findet im wochenweisen Rhythmus abwechselnd mit zwei Wochen Praxis statt. Derzeit besuchen 143 Schülerinnen und Schüler die RKU-Pflegeschule.

  • Motorradrennfahrer Sandro Cortese zur Reha im RKU Open or Close

    „Wie andere Fußball spielen, bin ich Motorrad gefahren“

    Ulm, 15.1.2020. Auf dem Motorrad ist er sonst rasend schnell unterwegs: Sandro Cortese, Motorradrennfahrer aus Berkheim und Weltmeister, lässt es derzeit bei seiner Reha im RKU etwas ruhiger angehen. Im Zentrum für Integrierte Rehabilitation (ZIR) des RKU absolviert er seit Anfang Januar 2020 seine Reha, um seine operierte Schulter wieder auf Vordermann zu bringen. Im Interview erzählt der 30-Jährige, der schon mit drei Jahren auf dem Motorrad saß, über seinen Respekt vor dem Rennsport, eine fordernde Reha und dass er zuhause dann doch lieber mit dem Roller über die Landstraßen düst.

    Herr Cortese, Sie lassen es derzeit etwas langsamer angehen. Warum sind Sie im RKU?

    Sandro Cortese: Bei einem Sturz während eines Rennes in der Saison 2019 habe ich mir an der linken Schulter die Supraspinatussehne gerissen und wurde im November operiert. Beim Rennenfahren hatte ich keine Schmerzen, eher im alltäglichen Leben. Seit 2. Januar mach‘ ich hier im RKU meine Reha, meine allererste überhaupt.

    Wie sieht Ihr tägliches Programm aus?

    Ich bin viel im Bewegungsbad und in der medizinischen Trainingstherapie, arbeite an den Schultergruppen, zusätzlich hab‘ ich mein Rennrad auf dem Zimmer und drehe meine Runden. Das Programm geht täglich von 8 bis 17, wie ein normaler Arbeitstag, nur in der Reha. Ich hätte nicht gedacht, dass das so anstrengend ist. Man geht dann abends ins Bett und ist wirklich müde. (lacht)

    Sind sie zufrieden mit Ihren Fortschritten?

    Sehr zufrieden, wenn man die Schulter anschaut, wie ich eingeliefert wurde, als die Reha begonnen hat, jetzt bin ich schmerzfrei. Natürlich sind manche Bewegungen noch nicht bei 100 Prozent, aber es ist wie eine neue Schulter. Priorität bei meiner Reha ist, dass ich meinen Sport wieder ausüben kann und so schnell wie möglich aufs Motorrad zurückkehren kann.

    Wann wird das sein?

    Die Wintertests beginnen in einer Woche, ich musste dafür meine Reha umplanen und werde in der kommenden Woche in Spanien und Portugal erste Testrennen fahren. Danach geht’s mit der Reha im RKU weiter.

    Wie gefällt es Ihnen im RKU?

    Sehr gut, angefangen von den Zimmern, der Therapie, das Essen ist super, Physiotherapeuten und Ärzte sind wirklich hochprofessionell.

    Sie sind als 15-jähriger bereits große Rennen gefahren. Wie kamen Sie zum Rennsport?

    Ich habe schon mit drei Jahren angefangen, mit einer ganz kleinen Motocrossmaschine, und bin da hineingewachsen. Wie andere zum Fußball spielen gehen, bin ich Motorrad gefahren. Mein Vater war Motorrad-Fan, ich wollte aber immer fahren, seit ich denken kann.

    Braucht man für die Rennen einen speziellen Führerschein?

    Für die Rennen braucht man keinen Führerschein, nur eine Lizenz. Ich habe zwar auch einen Motorradführerschein, fahre privat aber so gut wie gar nicht. Zuhause habe ich einen 550cm3-Roller, um mal an den See zu fahren oder ein Eis zu essen. Motorrad fahren ist mir zu gefährlich auf der Landstraße, ich bevorzuge das wirklich auf der Rennstrecke auszuüben, da weiß ich, da ist die Sicherheit gewährleistet. Es gibt leider zu viele unverschuldete Unfälle.

    Wie halten Sie sich für den Rennsport körperlich fit?

    Ich fahre viel Rennrad, rudere und schwimme. Auf dem Motorrad braucht man extrem viel Ausdauer Kraftausdauer, ohne das geht’s einfach nicht.

    Die Ausdauer benötigen Sie für die Rennen, aber auch für die mitunter anstrengenden Testfahrten…

    Ein Rennen dauert etwa 45 Min, wir fahren drei Rennen an einem Wochenende. Bei einem Testtag bin ich von 10 bis 18 Uhr auf der Strecke, aber da fährt man nicht den ganzen Tag, man testet gewisse Dinge, kommt wieder rein, bespricht sich.

    Rennsport ist ein gefährlicher Sport. Haben Sie Angst vor Stürzen?

    Nein, man hat immer Respekt, weil man weiß, was passieren kann. Sobald man vor irgendetwas Angst hat, sollte man es sein lassen, gerade dann passieren Unfälle und man verliert die Kontrolle.

    Wie geht es bei Ihnen beruflich weiter, wenn Ihre Reha im RKU beendet ist?

    Nächste Woche stehen erst einmal die Testfahrten an, Saisonstart ist am 6. März. Da ich derzeit keinen festen Vertrag habe, erhoffe ich mir von den Testfahrten, zu denen ich eingeladen wurde, dass sich da eine interessante Möglichkeit ergibt.

    Und was kommt einmal nach dem Rennsport?

    Kommentator oder Moderator für den Sport, Teammanager oder im Jugendbereich arbeiten, da gibt es ganz viele verschiedene Richtungen, die man machen kann.

    Haben Sie sich für das neue Jahr etwas vorgenommen?

    Ziel ist natürlich immer, Rennen zu gewinnen. Persönlich bin ich glücklich, ich bin auf dem Weg der Besserung, habe meinen Traumberuf und eine tolle Familie. Es könnte nicht besser laufen.

     

    Zur Person

    Alessandro „Sandro“ Cortese, 30, ist ein deutscher Motorradrennfahrer mit italienischen Wurzeln. Er stammt aus dem schwäbischen Berkheim und saß schon als dreijähriger auf einem Motorrad. Mit 22 Jahren wurde er erstmals Weltmeister auf einer KTM-Maschine in der Moto3-Klasse, 2018 erneut in der Supersport-WM.

     

  • Hightech mit dem Exoskelett Open or Close

    Wieder auf den Beinen

    Aufrecht stehen und gehen im Exoskelett – Querschnittgelähmten im RKU bietet der futuristisch anmutende Roboter neue Therapiemöglichkeiten.

    Ulm, 17. Juni 2014. Jens Fröhlich geht den Klinikflur im RKU entlang. Zugegeben, noch etwas staksig. Mit den Händen hält sich der 35-Jährige an einem Gehbock fest. Sein Körper ist in ein Exoskelett eingespannt. Es ermöglicht dem querschnittgelähmten jungen Mann mit Hilfe der Physiotherapeuten, aufrecht zu stehen – und zu gehen. Das RKU bietet seit Mai Therapien mit dem Gerät des amerikanischen Herstellers Ekso Bionics an, neben fünf weiteren Kliniken in Deutschland.

    Das Exoskelett kann bei unterschiedlichen Ausprägungen von Querschnittlähmungen (Paraplegie) verwendet werden. Für die Therapie werden zunächst die gepolsterten Schienen des Exoskeletts mit Klettverschlüssen an Becken und Beinen des Patienten befestigt. Diese Schienen sind über Gelenke miteinander verbunden und übernehmen die Stützfunktion der Muskeln. Am Oberkörper werden ein Bauchgurt und Schultergurte befestigt und geben zusätzlich Stabilität. Der Physiotherapeut steht unterstützend hinter dem Patienten und startet über eine Tastatur das Trainingsprogramm.

    Vier kleine Motoren an der Hüfte und den Knien helfen Jens Fröhlich, aus der Sitzposition in den Stand zu gelangen. Sobald der Kreislauf stabil ist, kann mit dem Gehen begonnen werden. „Rechter Fuß los in drei, zwei, eins Sekunden“, gibt die begleitende Physiotherapeutin die Anweisung. Mittels Gewichtsverlagerung steuert Jens Fröhlich seine ersten Schritte. „Es ist komisch, wieder zu stehen“, findet der Forstwirt, der seit einem Unfall im Februar querschnittgelähmt ist. Das Exoskelett unterstützt ihn mal stärker, mal schwächer, je nachdem, wie viel Hilfe er braucht. Fast jeden Tag bis zu einer Stunde „trainiert“ Jens Fröhlich im Exoskelett.

    „Entscheidend für den Trainingserfolg ist, dass der Patient selbst durch Gewichtsverlagerungen das Exoskelett bewegt, nicht das Gerät den Menschen“, sagt Dr. Yorck-Bernhard Kalke, Leiter des Querschnittgelähmtenzentrums des RKU Ulm, der das Projekt initiiert hat und weiterhin betreut. Was das Modell Exoskelett GT von anderen Geräten auf dem Markt unterscheidet, ist die „Variable Assist Software“, die für jeden Schritt des Patienten die nötige Motorenunterstützung berechnet. „Dadurch reagiert das Gerät sofort auf eine Änderung der Impulse durch den Patienten und ist besonders geeignet für die Arbeit in unserem Zentrum“, sagt Dr. Kalke.

    Exoskelette wurden ursprünglich für die militärische Nutzung entwickelt. Soldaten sollten damit ihre Mobilität steigern und schwerere Lasten tragen können. Ob die Therapie mit dem Exoskelett weitere positive Aspekte bringt, etwa die Balance verbessert, die Spastik oder Nervenschmerzen reduziert, werden Verlaufsbeobachtungen zeigen. „Durch den aufrechten Gang im Raum werden auf einmal wieder ganz andere Körperpartien belastet und gestärkt“, erklärt Dr. Kalke. Nicht zu unterschätzen ist auch der psychologische Effekt für die Patienten. „Für einen Rollstuhlfahrer, der jahrelang nur die Perspektive eines Sitzenden erlebt hat, ist es sehr motivierend, seine Umgebung wieder aus der Sicht eines Stehenden zu betrachten.“

    Damit sind die Möglichkeiten des Exoskeletts noch nicht ausgeschöpft. „Wir stehen mit dieser Therapieform noch ganz am Anfang und haben auch das Ziel, die Einsatzmöglichkeiten des Exoskeletts noch besser zu erforschen“, sagt er. Aus diesem Grund beteiligt sich das RKU ab August an der ersten Paneuropäischen Studie zu diesem Thema, bei der neun Top-Zentren für Querschnitt in ganz Europa beteiligt sind.

    Einem Millionenpublikum ist das Exoskelett übrigens bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien begegnet: Beim Eröffnungsspiel in Sao Paulo am 12. Juni ist ein von der Hüfte abwärts gelähmter Teenager in einem Exoskelett aufs Spielfeld gelaufen und hat den ersten Ball des Turniers getreten.

  • Pflege im Wandel Open or Close

    Pflege im Wandel – ein Blick nach Amerika

    Pflegedienstleiterin Helene Maucher stellte neue Konzepte aus den USA vor

    Über hundert Pflegemitarbeiter und Geschäftsführer verschiedener Kliniken folgten einer Einladung ins RKU. Pflegedienstleiterin Helene Maucher berichtete zusammen mit anderen Vortragenden über neue Konzepte aus den USA, die sie im Rahmen eines 4-wöchigen USA-Hospitationsaufenthaltes kennenlernen konnte.

    Medizinischer Fortschritt, demographischer Wandel und der sich abzeichnende Fachkräftemangel stellen die Pflege in jedem Krankenhaus vor neue Herausforderungen. Die Anforderungen an die Pflegekräfte wachsen, mehr Aufgaben und größere Verantwortung ruhen auf den Schultern dieses wichtigen Bereiches. Hier nutzt ein Blick über den Tellerrand, zu dem Helene Maucher, Pflegedirektorin am RKU Ulm, und Renate Schlichthärle, Stationsleiterin in den Sana Kliniken Landkreis Biberach, im Januar und März 2014 für vier Wochen in den USA Gelegenheit hatten. Über eine Stiftung absolvierten sie eine Hospitation in einem „Magnetkrankenhaus“. Ihre Eindrücke und Erfahrungen im Shands Jacksonville Hospital der Universität Florida gaben die beiden an die über 100 Pflegemitarbeiter und Geschäftsführer verschiedener Kliniken weiter.

    Das Konzept der „Magnetkrankenhäuser“, dass den Kollegen in Ulm vorgestellt wurde, feiert in den USA große Erfolge. „Im Mittelpunkt“, so Helene Maucher, „steht die Idee, dass Pflegende mit hoher Fachkompetenz auch exzellente Ergebnisse bei der Betreuung von Patienten erzielen“. Durch angepasste Organisationsstruktur und durchlässige Kommunikation zwischen den Berufsgruppen werden Schwerpunkte auf klar definierte Aufgabenbereiche einerseits und größere Handlungsspielräume andererseits gesetzt. Hinzu kommen ständige Fort- und Weiterbildungen. Kurz gesagt: Indem die amerikanischen Krankenhäuser den Wandel des Berufsbildes in der Pflege aktiv gefördert und vorangetrieben haben, haben sie dessen Attraktivität und Relevanz langfristig erhöht. „Damit wurde einem akuten Personalmangel entgegengewirkt, und die pflegerische Betreuung der Patienten spürbar erhöht.“

    Pflegedirektorin Maucher sah in ihrem Vortrag auch das RKU auf einem guten Weg: „Die Vielzahl von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Pflegekräfte am RKU zeigt, dass das Haus als universitäre Einrichtung auch in der Pflege höchste Ansprüche erfüllt.“ Es komme der Pflege gerade im RKU eine besondere Bedeutung zu, wo in Neurologie, Orthopädie und bei Querschnittsgelähmten Patienten längere Zeit im Krankenhaus sind, und eine schwerwiegende Krankengeschichte mitbringen.

    „Unser Ziel muss sein, Pflegekompetenzen stärker einzubringen, Organisationsstrukturen anzupassen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter zu institutionalisieren“. Schließlich, so Maucher, nehme die Pflege gerade im Dreiklang des RKU – bestehend aus den Berufsgruppen Medizin, Pflege und Therapie – eine tragende Rolle ein. Ebenso verknüpfe das RKU bereits in vorbildlicher Weise Akutmedizin und alle Stufen der Rehabilitation. Gute Betreuung endet allerdings nicht an der Kliniktür, weiß Susanne Lusiardi (Fresenius). Sie informierte, wie innovatives Entlassmanagement den hoffentlich erfolgreichen Klinikaufenthalt mit einer gelungenen Nachsorge verbinden kann.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.